Wenn man mich heute fragt, was mein wohl größtes Hobby darstellt, dann werde ich vielleicht antworten, dass ich liebend gerne dampfe. Mitunter überrascht das manch Zeitgenossen. Bin ich ein Fabriksschlot? Ein verhinderter Mississippi-Kaptiän? Nein, entgegne ich auf derartige Einwürfe; denn manche rauchen und ich dampfe.

Selbstverständlich meine ich damit nicht, dass es mir ob der potentiellen Überlastung meiner Gehirnwindungen zu den Ohren heraus dampft. Vielmehr bezeichnet das Dampfen, in einschlägigen Fachkreisen auch als “Vapen” bekannt, den Vorgang des Einsaugen des Nebels aus einer E-Zigarette. Wobei in diesem Fall das E, nicht, wie sie womöglich vermuten, für “Entertainment” sondern für elektronisch steht.

Bei einer E-Zigarette handelt es sich also um ein strombetriebenes und chipgesteuertes Rauchutensil. Anders als bei der herkömmlichen Tabakzigarette, wird das Medium jedoch nicht verbrannt, sondern vielmehr verdampft.

Der Grund dafür, dass ich vor nunmehr fast einem halben Jahr das Rauchen aufgegeben habe und zum Dampfen gewechselt bin, besteht darin, dass das Einsaugen und Ausatmen von Dampf sehr gesund ist. Studien belegen, dass vapen sogar so gesund ist, dass auch frische Luft einer Tiroler Alm dagegen wie versmogte Großstadtduft wirkt. Das ist bitte kein Scherz.

Oft ergeht es mir gar so, dass ich bei Spaziergängen in den Kalkalpen von der würzigen Frühlingsduft derart ausgelaugt und angewidert bin, dass mich nur noch ein tiefer Zug aus meiner E-Zigarette retten kann.
Frisches Obst kann ich mir ebenfalls sparen, seitdem ich zum Dampfen übergegangen bin. Die einschlägigen Fruchtliquids, die sich aus chemischen Inhaltsstoffen zusammen setzen, schmecken um ein Vielfaches intensiver und dazu auch noch authentischer als die süßesten Früchte vom Wochenmarkt. Dass in Sachen Verträglichkeit und Bekömmlichkeit die Natur ebenfalls nicht an die künstlichen Geschmacksstoffe heran reicht, haben sie mittlerweile, so glaube ich, auch kapiert.

Verdampft, das sollte ich vielleicht auch noch erwähnen, wird im Übrigen das sogenannte Liquid. Dieses setzt sich aus einer Base, die auf Wasser gründet, und verschiedensten Aromastoffen zusammen. Diese Flüssigkeit wird in einem speziellen Tank gesammelt, von Watte aufgesogen und mittels eines glühenden Drahtes zum Verdampfen gebracht. Auf diese Weise kann man nahezu alles in Nebel auflösen. Lebensmittelaromen, Obst, Kartoffeln, Steaks, Autos, Häuser und sogar Raumschiffe. Besonders gut, um sich in Rauch aufzulösen, eignet sich auch herkömmliches Geld jeder erdenklichen Währung. Denn selbstverständlich ist dieses Hobby, wie jedes andere auch, nicht ganz billig.

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Eines führt zum Anderen

28. April 2018 0
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