Unzählige Nachrufe sind innerhalb der ersten 48 Stunden seit der Todesmeldung rund um den Astrophysiker Stephen Hawking förmlich aus dem Boden geschossen. Erinnerungen an ein Genie, an den wohl intelligentesten Menschen unserer Zeit. Obgleich ansonsten nicht unbedingt meine Art, möchte ich mich der allgemeinen Kondolenz in diesem speziellen Fall doch gerne anschließen. Der großartige Mensch und Wissenschaftler, das Genie Stephen Hawking vereinte nämlich noch einen weiteren, unbestreitbaren Aspekt, der auch für diesen meinen Blog von eindeutiger Relevanz ist: Humor.

Ich behaupte Folgendes: Intelligente Menschen gibt es viele. Auch superintelligente Zeitgenossen sind weltweit häufiger gesät, als man dies annehmen mag. Von den meisten dieser Exemplare nimmt man jedoch niemals Notiz oder sie verschwinden nach einem kurzen Aufblitzen wieder in der Versenkung. Warum mag das wohl so sein?

Meine These: Intelligenz ohne einen ausgeprägten Sinn für Humor ist wertlos. Gut möglich, dass ein hoher IQ alleine Visionäre und potentielle Nobelpreisgewinner hervorbringt. Ich halte es auch nicht für ausgeschlossen, dass Intelligenz an sich uns in die Weiten des Weltalls befördert oder womöglich irgendwann Krankheiten wie Krebs besiegt. Nur – wollen wir das? Interessieren wir uns für farblose, öde Streber, die selbstgefällig und in unverständlichem Fachchinesisch über ihre eigene Leistung referieren? Meiner bescheidenen Meinung nach will das keiner sehen. Wir wollen keine trockenen und eintönigen Spaßbremsen. Was die Menschheit liebt, sind sympathische Helden, mit denen sie sich identifzieren kann.

Um zum eigentlichen Thema zurück zu kehren: Ich meine, der eigentliche Zauber, der von der jüngst verstorbenen Wissenschafts-Koryphäe Hawking ausging, war seine Bereitschaft dazu, auch über sich selbst Witze reißen und über die eigene Person lachen zu können. Der Brite hat in vielerlei Hinsicht und bei jeder sich bietenden Gelegenheit bewiesen, dass er sein Leben leicht und beschwingt nimmt. Und dass er auch seinem schweren Nervenleiden, das ihn wie eine Statue an den Rollstuhl gefesselt hatte, stets mit einem schelmischen Lächeln gegenüber stehen konnte.

Diesen Hang zur humorvollen Leichtigkeit, teilte Stephen Hawking im Übrigen mit einem weiteren, überaus bekannten Vertreter seiner Zunft. Auch Albert Einstein hatte zeitlebens ein Gespür für die ganz feine Klinge der Eigen- und Sozialironie bewiesen. Und, genau wie beim berühmten Erforscher von Schwarzen Löchern, lässt dieser Umstand auch den Exil-Deutschen in einem bedeutend sympathischeren Licht erscheinen und trägt maßgeblich dazu bei, dass sein Erbe mit Freude und Enthuasiasmus in Ehren gehalten und an alle noch folgenden Generationen von Wissenschaftlern weiter getragen wird.

Insgesamt möchte ich festhalten, dass Intelligenz kein Garant für Humor ist. Im Gegenteil, mitunter schließt das Eine gar das Andere aus. Hingegen erachte ich persönlich einen ausgeprägten Sinn für Mutterwitz für den Indikator auf einen IQ, der nicht ganz im unteren Bereich des Spektrums angesiedelt ist.
Selbstverständlich bin ich nicht vom Fach und alles andere als ein Forscher. Aber mein gesunder Menschenverstand flüstert mir inständig ins Ohr, dass ein Mensch, der gerne lacht und dabei auch vor sich selbst nicht Halt macht, nicht dumm sein kann.

Mit Dr. Stephen Hawking haben wir einen großen Menschen verloren, der die Menschheit nicht nur in Sachen Verständnis unseres Universums einen erheblichen Schritt weiter voran gebracht, sondern selbige auch durch seinen Witz immer wieder zu unterhalten gewußt hat. Ich denke, dass diese Tatsache es rechtfertigt, mich auch einmal auf das Trittbrett der Beileidwünscher zu begeben.
Mr. Hawking, ich hoffe, sie haben sich bereits eingestehen müssen, dass sie sich in ihrer Annahme, es gäbe kein Leben nach dem Tod,ausnahmsweise einmal getäuscht haben, lehren die guten Seelen im Himmel nun ihre Thesen und schulen sie vor allem auch in der Kunst, das Universum und sich selbst nicht bierernst zu nehmen.

Category:   Humor ist
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