Im Sommer sind die Tage, schlimmstenfalls auch die Nächte, heiss. Diese sensationelle Entdeckung machte ich bereits in zartem Kindesalter. Ebenfalls während dieses Lebensabschnittes erlangte ich die Erkenntnis, dass Eis nicht nur eine Wohltat bei Hitze darstellt, sondern zudem ein überaus schmackhaftes Erlebnis ist.

Heute, rund 35 Jahre später, ist nichts von meiner kindlichen Leidenschaft für Speiseeis verloren gegangen. Allerdings kämpfe ich nun viel öfter und intensiver mit den diversen Tücken des Objekts. 

Eine überaus negative Eigenschaft der kühlen Leckerei besteht darin, dass es zu schmilzen beginnt, sobald man sie höheren Temperaturen aussetzt. Ja, man liegt bestimmt richtig, wenn man nun konstatiert, dass dies in den frühen 1980ern auch schon der Fall gewesen sei.  Der Unterschied zu damaligen Zeiten liegt in der Tatsache, dass es mir heutzutage nicht mehr völlig egal ist, rund um den Mund, an den Händen und bis auf das T-Shirt angekleckert zu sein.

Man möge mir vorwerfen, Mäuse zu melken. Mag sein. Dennoch – ich kann mich mit schmelzendem Eis partout nicht anfreunden. Getrost darf behauptet werden, der Riegler träume von warmen Eislutschern. Gleichzeitig mit dem Ekel vor verschmierten und klebrigen Extremitäten vom Eis, bringt das Älterwerden aber auch die Erkenntnis mit, dass es warme Eislutscher einfach nicht gibt. Es sie niemals gab; und wohl auch nie geben wird.

Ich habe also folgende Überlegung angestellt: Wenn die heisse Sommersonne Eis dazu bringt, zu schmelzen, darf ich einfach kein Eis lutschen. Es bedarf einer Alternative. 

Auf diese Weise ging ich dazu über, mir ganze, rohe Hühner auf einen kleinen Holzstab zu stecken. Die pralle Mittagssone grillt selbige und ich kann, nach nur kurzer Wartezeit, ein würziges Grillhenderl am Spieß geniessen.

So macht der Sommer auch für mich, einem erwachsenen Mittvierziger, endlich wieder Sinn und Spass!

Share:  
Leave a comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.